Golf Stars beim Schummeln erwischt

In einer langen Karriere können die Golf Stars genug falsch machen. Ob absichtlich oder unabsichtlich, selbst die Allergrößten wie Tiger Woods oder Phil Mickelson waren in ihren langen Karrieren nicht von Schummel-Vorwürfen gefeit. Nicht überall im Sport oder im Leben ist Schummeln möglich, so verhindert dies etwa bei Spielautomaten ausgefeilte Technik.

Golf-Live.de hat die berühmtesten Fehltritte der Golfstars zusammengestellt. Dahingestellt sei, was sich bei den Golfern in diesen Momenten zwischen den Ohren wirklich abgespielt hat, also gehen wir im Zweifelsfall davon aus, dass sie nicht in böser Absicht handelten.

Tiger Woods beim Masters 2013 erwischt

Einer der bekanntesten Fehltritte in der Golfgeschichte betrifft wohl Tiger Woods. Der Superstar und für viele der Größte aller Zeiten wurde mehrmals des Schummelns beschuldigt, unter anderem beim Masters 2013, als er seinen Ball nach einem Schlag ins Wasser an einer falschen Stelle zurücklegte und sich so zwei Strafschläge ersparte. Woods behauptete, er habe sich an die Regeln gehalten, doch die Videoaufnahmen bewiesen das Gegenteil. Er wurde nachträglich mit Strafschlägen belegt und fiel vom dritten auf den 19. Platz zurück.

Ein anderer Fall ereignete sich bei den Dubai Desert Classic 2017, als der Spanier Sergio Garcia seinen Ball aus einem Busch befreien wollte und dabei absichtlich Sand wegschlug, um sich einen besseren Schlagwinkel zu verschaffen. Dies verstieß gegen die Regel 13-2, die das Verbessern der Lage, des Bereichs des beabsichtigten Schwungs oder des Raums für den beabsichtigten Stand verbietet. Garcia wurde von einem Schiedsrichter erwischt und mit zwei Strafschlägen bestraft. Er beendete das Turnier auf dem 49. Platz.

Ein dritter Fall betrifft den Südafrikaner Ernie Els, der bei den BMW PGA Championship 2016 seinen Ball auf dem Grün markierte und dabei versehentlich bewegte. Anstatt den Ball an die ursprüngliche Position zurückzulegen, spielte er ihn von der neuen Position aus weiter. Dies war ein Verstoß gegen die Regel 20-7, die das Zurücklegen eines bewegten Balls vorschreibt. Els wurde von einem Fernsehzuschauer angezeigt, der die Szene beobachtet hatte. Er wurde mit zwei Strafschlägen sanktioniert und fiel vom zweiten auf den 14. Platz ab.

Ein vierter Fehltritt hat mit dem Australier Adam Scott zu tun, der bei den Open Championship 2012 seinen Putter illegal verlängerte, um sich einen besseren Griff zu ermöglichen. Scott benutzte einen sogenannten Belly-Putter, der an den Bauch angelegt wird und somit mehr Stabilität bietet. Dies war jedoch nur erlaubt, wenn der Putter eine bestimmte Länge nicht überschritt. Scott wurde von einem Offiziellen aufgefordert, seinen Putter zu ändern oder aus dem Turnier auszusteigen. Er entschied sich für das Erste und verlor dadurch seinen Rhythmus. Er verspielte eine Vier-Schläge-Führung auf den letzten vier Löchern und wurde Zweiter hinter Ernie Els.

„Postman“ Ian Poulter liefert seinen Ball falsch ab

Auch der Engländer Ian Poulter wurde erwischt, bei der Turkish Airlines Open 2015, als er seinen Ball auf dem Grün reinigte, obwohl dies nicht erlaubt war. Poulter hatte seinen Ball markiert und aufgehoben, um ihn von Schmutz zu befreien. Dies war jedoch nur gestattet, wenn die Spielleitung dies ausdrücklich erlaubt hatte, was in diesem Fall nicht der Fall war. Poulter verstieß somit gegen die Regel 16-1, die das Reinigen des Balls auf dem Grün verbietet. Er wurde von einem Mitspieler darauf hingewiesen und akzeptierte zwei Strafschläge. Er belegte den sechsten Platz.

Ein Fall, der für viel Aufsehen sorgte, war der des US-Amerikaners Phil Mickelson, der bei den US Open 2018 absichtlich seinen Ball am Grün in Bewegung puttete, um ihn vor einem Abhang zu stoppen. Dies war ein klarer Verstoß gegen die Regel 14-5, die das Schlagen eines bewegten Balls verbietet. Mickelson wurde mit zwei Strafschlägen belegt und erklärte später, er habe die Regel absichtlich ausgenutzt, um sich einen Vorteil zu verschaffen. Er wurde von vielen als unsportlich und respektlos kritisiert und entschuldigte sich schließlich für sein Verhalten.

Ein weiterer Fall ereignete sich bei den Hero World Challenge 2019, als Patrick Reed seinen Ball im Sandbunker mehrmals mit seinem Schläger berührte und dabei Sand wegschob, um sich eine bessere Lage zu schaffen. Dies verstieß gegen die Regel 8-1, die das Verbessern der Lage oder des Bereichs des beabsichtigten Schwungs verbietet. Reed wurde von einem Kameramann gefilmt und mit zwei Strafschlägen bestraft. Er behauptete, er habe den Sand nicht absichtlich entfernt, sondern sei sich seiner Berührung nicht bewusst gewesen. Diese Episode wurde von vielen Kollegen kritisiert und führte dazu, dass er an Ansehen bei seinen Kollegen und Fans verlor.

Eine weniger bekannte Episode betrifft den Südkoreaner Kim Bi-o, der bei den DGB Financial Group Volvik Daegu Gyeongbuk Open 2019 seinen Caddie anwies, den Ball am Grün zu markieren, obwohl er noch nicht an der Reihe war. Dies war ein Verstoß gegen die Regel 10-2, die das Markieren des Balls auf dem Grün nur dann erlaubt, wenn der Spieler an der Reihe ist oder die Erlaubnis seiner Mitspieler hat. Kim wurde von einem Schiedsrichter ermahnt und reagierte darauf mit einem wütenden Ausbruch, bei dem er seinen Schläger auf den Boden warf und den Schiedsrichter beleidigte. Er wurde mit drei Strafschlägen belegt und später von der Korean PGA Tour für drei Jahre gesperrt.

Sogar aufmerksame Fernsehzuschauer können anzeigen

Zur Disqualifikation des Engländers Simon Dyson führte die Anzeige durch einen Fernsehzuschauer. Beim BMW Masters 2013 markierte Dyson seinen Ball auf dem Grün und besserte dabei eine kleine Delle im Gras mit seinem Finger aus. Dies war ein Verstoß gegen die Regel 16-1, die das Ausbessern von Schäden auf dem Grün nur dann erlaubt, wenn sie von einem Ball oder einem Schuh verursacht wurden. Dyson wurde nachträglich disqualifiziert und musste eine Geldstrafe von 30.000 Euro zahlen.

Auch der Italiener Edoardo Molinari blieb nicht verschont, nachdem er bei den Madeira Islands Open 2010 seinen Ball auf dem Grün markierte und dabei versehentlich bewegte. Anstatt den Ball an die ursprüngliche Position zurückzulegen, spielte er ihn von der neuen Position aus weiter. Dies war ein Verstoß gegen die Regel 20-7, die das Zurücklegen eines bewegten Balls vorschreibt. Molinari wurde von einem Mitspieler darauf hingewiesen und akzeptierte zwei Strafschläge. Er belegte den zweiten Platz hinter dem Spanier Alvaro Velasco.

Ungeschick oder Schummeln, dies soll jeder Fan für sich beurteilen. In einer jahrzehntelangen Karriere mit Tausenden Golfrunden unter Turnierstress, ist es für Golfstars jedoch fast unmöglich, in jeder strittigen Situation ohne Fehl und Tadel davonzukommen. Anders als bei den Hobbygolfern sind jedoch Schiedsrichter und TV-Kameras allgegenwärtig, die jeden Vorfall gnadenlos untersuchen und dokumentieren werden.

 

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