Max Kieffer erwischt bei den KLM Open einen starken Auftakt und bringt sich nach der 66 (-5) in eine vielversprechende Verfolgerposition. Mit Marcel Siem, Nicolai Von Dellingshausen, Marcel Schneider und Jannik De Bruyn liegen noch vier weitere Deutsche im „The International“ auf Kurs in Richtung Wochenende.
Nachdem die Saison der Deutschen auf der DP World Tour lange regelrecht vor sich hin plätscherte, folgte vergangene Woche in Österreich ein wahrer Befreiunngschlag, denn Nicolai Von Dellingshausen feierte in Salzburg sogar seinen ersten Sieg der Karriere. Nur minimal dahinter beendete Marcel Schneider auf Rang 2 das Turnier, womit schwarz-rot-gold regelrecht zu Modefarben wurden. Dementsprechend mit gestärktem Selbstvertrauen reiste der deutsche Tourzirkus weiter nach Amsterdam, wo es bei den KLM Open nun in ähnlicher Art und Weise weitergehen soll.
Nach zwei starken Eisen krallt sich Max Kieffer am Nachmittag gleich auf der 10 und dem darauffolgenden Par 3 die ersten beiden Birdies und legt so einen Start nach Maß hin. Nur kurz muss er sich in Geduld üben, ehe auch die nächste kurze Bahn ein Erfolgserlebnis springen lässt. Da er die gesamten Backnine über makellos bleibt und sich am Par 5 der 18 noch ein viertes Birdie krallt, biegt er sogar im Spitzenfeld auf die vordere Platzhälfte ab.
Die 2 hängt ihm dann zwar mit einem verpassten Up & Down einen kleinen Schönheitsfehler um, diesen korrigiert er jedoch schon am darauffolgenden Par 5 wieder. Nachdem sich dann auch noch auf der 5 ein Birdie ausgeht, spielt er sich sogar noch bis auf Rang 3 nach vor und startet so nach der 66 (-5) als 3. mit nur zwei Schlägen Rückstand auf Leader Ricardo Gouveia (POR) in den zweiten Spieltag.
Auf Cut-Kurs
Mit einem frühen Par 5 Birdie beginnt Marcel Siem zwar am Nachmittag durchwegs gut, mit eiskaltem Putter und Ungenauigkeiten fängt er sich danach jedoch noch vor dem Turn gleich drei Bogeys ein. Rund um den Turn findet der Routinier dann aber den Resetknopf, denn aus fünf und dreieinhalb Metern stopft er auf der 10 und der 11 gleich zu zwei Birdies und gleicht sein Score so rasch wieder aus. Am Par 5 der 15 gelingt schließlich sogar der Sprung unter Par, allerdings kostet ihm ein verfehltes Grün am Par 3 der 17 dann noch einen Schlag. Mit der 71 (Par) bringt sich der 44-jährige als 35. aber ganz souverän auf Kurs in Richtung Wochenende.
Bei Nicolai Von Dellingshausen erinnern am Nachmittag nur die ersten Löcher an den grandiosen Auftritt der Vorwoche, wie ein recht frühes Birdie am Par 3 der 4 untermauert. Danach allerdings geht es eindeutig in die verkehrte Richtung, denn nach gleich drei Bogeys noch auf den Frontnine, hält er zur Halbzeit nur bei 2 über Par. Die Probleme reißen zunächst auch auf den zweiten neun Löchern nicht ab, wie der nächste Fehler auf der 10 untermauert. Erst danach läuft es dann doch noch deutlich besser. Zunächst kämpft er sich mit einem Par 3 Birdie auf der 11 und einem Par 5 Birdie auf der 15 wieder näher an den Ausgangspunkt zurück und gleicht am Par 5 Schlussloch sein Score schließlich doch noch aus, womit er sich die Ausgangslage mit Marcel Siem teilt.
Nach zwei anfänglichen Pars schnappt sich Marcel Schneider nach starker Attacke mit sicherem Zweiputt vom Vorgrün am Par 5 der 3 schon am Par 5 der 3 ein schnelles erstes Birdie. Auch danach hat er soweit alles im Griff, bis es ihn nach gewassertem Abschlag auf der 6 mit einem Doppelbogey ziemlich heftig erwischt, was ihn nur knapp über Par auf die Backnine abbiegen lässt. Kaum auf den zweiten Neun angekommen rückt er sein Score zwar wieder gerade, macht sich nach überschlagenem Grün am Par 3 der 13 mit der nächsten Doublette das Leben aber erneut schwer. Immerhin hat er die beiden Par 5 Löcher der 15 und 18 dann noch gut im Griff und steht so schließlich ebenfalls mit der 71 (Par) wieder im Clubhaus.
Mit einer der letzten Startzeiten nimmt Jannik De Bruyn das Turnier in Angriff und muss schon früh auf der 12 ein erstes Bogey notieren. Immerhin lässt er sich davon kaum beeindrucken und rückt sein Score noch vor dem Turn am Par 5 der 18 wieder zurecht. So richtig ins Rollen bringt ihn das vorerst jedoch nicht, denn schon auf der 1 hat er erneut das Plus als Vorzeichen stehen. Das lockt den 25-jährigen aber einigermaßen aus der Reserve, wie zwei Birdies am Par 5 der 3 und der 6 zeigen. Das Motto des Tages lautet jedoch „Wie gewonnen so zerronnen“, denn am Par 3 der 7 kann er sich nicht mehr zum Par scramblen und muss sich so schließlich ebenfalls mit der 71 (Par) zufrieden zeigen.
Schott, Paul und Knappe mit Aufholbedarf
So richtig in Schwung kommt Freddy Schott auf den Frontnine noch nicht, denn nach sieben gespielten Löchern und drei Bogeys findet er sich sogar nur deutlich im Plusbereich wieder. Erst das Par 5 der 8 lässt dann einen Schlaggewinn springen, womit er noch vor dem Turn zumindest ein kleines Erfolgserlebnis verbuchen kann. Auf der 11 arbeitet er sich dann noch weiter zurück, ehe es im Finish noch einmal unangenehmer wird. Schlusendlich marschiert er nur mit der 73 (+2) zum Recording und gibt sich so für Freitag als 74. bereits eine recht knifflige Cut-Aufgabe.
Mit einem verpassten Up & Down auf der 2 und einem Wasserball auf der 3 macht sich Yannik Paul gleich zu Beginn das Leben ziemlich schwer. Erst danach kommt der 31-jährige einigermaßen ins Rollen, was sich am Par 5 der 8 trotz versandeter Attacke schließlich mit dem ersten Birdie auch auf der Scorecard ablesen lässt. Auf der nächsten langen Bahn direkt nach dem Turn rückt er sein Score dann zwar wieder gerade, driftet in Folge mit gleich drei weiteren Fehlern aber wieder deutlich ab. Am Ende geht sich nach abschließendem Birdie wie bei Landsmann Freddy Schott so nur eine 73 (+2) aus.
Von Beginn an findet Alex Knappe keinen Rhythmus und kommt nach birdielosen Frontnine und gleich sechs Bogeys nur bei 6 über Par zum Turn. Auf den hinteren Neun läuft es dann zwar etwas besser, mehr als die 77 (+6) und Rang 132 geht sich am Donnerstag aber nicht aus.
