Stephan Jäger hat am Finaltag beim Players alle Hände voll zu tun, holt mit einer durchwachsenen 75 (+3) am Sonntag im TPC Sawgrass mit einer Top 20 Platzierung aber noch das Optimum heraus.
Nach seinem „Missed Cut“ bei der Arnold Palmer Invitational in der Vorwoche, zeigt sich Stephan Jäger beim Players voll auf Höhe des Geschehens. Schon zum Auftakt hatte der Bayer alles im Griff und legte mit einer 68 (-4) einen sehenswerten Grundstein. Am Freitag startete er dann wie aus der Pistole geschossen, ehe er nach dem Turn ziemlich den Faden verlor. Am Ende ging sich aber noch eine 71 (-1) aus, die ihn an den Spitzenrängen dranbleiben ließ.
Im zähen Wind spielte er dann erneut am Moving Day lange Zeit richtig starkes Golf, ehe nach und nach die Ungenauigkeiten zunahmen. Schlussendlich notierte er aber eine 70 (-2) – „Wenn mir wer vor der Runde eine 2 unter angeboten hätte heute, ich hätte sie sofort genommen“ – und zog damit bis auf Rang 8 nach vor. Am Finaltag wird aufgrund eines herannahenden Sturmtiefs bereits ab 13:00 MEZ von zwei Tees in Dreierflights gespiel. Bei erneut erwartet windigen Verhältnissen, könnte sich das Klassement durchaus noch durcheinanderwirbeln, weshalb wohl auch Stephan Jäger bei fünf Schlägen Rückstand auf J.J. Spaun (USA) an der Spitze wohl noch so ziemlich alle Chancen hätte.
Mit einem ganz sicheren Par auf der 1 legt er einen recht unaufgeregten Start in die Finalrunde hin. Einigermaßen unangenehm legt er sich die Attacke dann links vor dem Grün knapp hinter den Bunker in die Böschung, bringt den Pitch aber richtig stark zur Fahne und lässt sich schließlich aus zwei Metern die Birdiechance am Par 5 der 2 nicht vom Putter nehmen. So richtig lange währt die Freude jedoch nicht, da er sich auf der 4 nach versandetem Drive auch das erste Bogey einfängt.
Doppelbogeys als Spielverderber
Zwar stabilisiert er sein Spiel danach wieder, am langen Par 3 der 8 wird es dann aber richtig ungemütlich, nachdem der Abschlag deutlich zu weit nach links zieht. Im Dickicht muss er den Ball sogar für unspielbar deklarieren und schlittert nach erwzungenem Drop schließlich sogar in ein Doppelbogey. So richtig ins Laufen kommt er danach vorerst nicht mehr, was sich nach verzogenem Drive und verpasstem Up & Down auch ausgerechnet am Par 5 der 11 im nächsten Fehler niederschlägt.
Auf der 12 lässt er dann noch eine gute Birdiemöglichkeit ungenützt verstreichen, ehe er aufgrund des herannahenden Unwetters die Sachen packen muss. Erst nach vier Stunden kann wieder gespielt werden und Stephan findet mit einem gelochten Fünfmeterputt am Par 3 der 13 gleich absolut nach Maß zurück ins Geschehen. Die Miene des 35-jährigen verfinstert sich jedoch postwendend, denn auf der 14 ballert er den Drive wild rechts weg und nachdem er im Unterholz in Folge droppen muss, kann er sogar die zweite Doublette nicht mehr abwenden.
Immerhin steckt er den Rückschlag recht gut weg und kann am Par 5 der 16 aus rund neun Metern doch eher unverhofft zeitnah etwas gegensteuern. Auf den beiden wasserreichen Schlusslöchern lässt er dann nichts mehr anbrennen, unterschreibt so die 75 (+3) und holt mit einer Top 20 Platzierung wohl sogar noch das Optimum aus dem zähen Finaltag. Damit fährt er auch beim vierten Antreten seine klar beste Players Platzierung der Karriere ein, war bisher doch ein 44. Rang im Jahr 2023 das Höchste der Gefühle.
„Es war eine okay Woche für mich. Der TPC Sawgrass zählt jetzt nicht unbedingt zu meinen Lieblingsplätzen. Es ist visuell hier enorm schwierig für mich, wars schon immer. Das Putten war sehr gut diese Woche und auch die Eisen war deutlich besser als bei den Turnieren zuvor. Also ich bin schon ganz zufrieden wie es gelaufen ist“, so Stephan direkt nach der Runde.
