Team Europe gewinnt alle vier Vierer-Session beim Ryder Cup 2025 und geht mit Riesenvorsprung von 7 Punkten in die Singles. Am Sonntag reichen 2,5 von 12 möglichen Pünktchen bereits zur Titelverteidigung.
Noch nie konnte ein Team in der 100-jährigen Geschichte des Ryder Cups auch nur 5 Punkte aufholen um einen Rückstand in einen Sieg umzuwandeln, so gesehen hält Luke Donald’s Dutzend alle Trümpfe in der Hand: „Der Job ist noch nicht erledigt, aber die Wiederstandskraft und die Kampfkraft die unser Team hat, ist unglaublich. Aber der Job ist erst erledigt, wenn er erledigt ist,“ kommentiert Europas Skipper den Zwischenstand von 11,5 zu 4,5 Punkten vor den abschließenden 12 Singles.
Im aufgeladenen Hexenkessel von Bethpage Black wollte Keegan Bradley den Turnaround erzwingen, indem er seine Topstars Scheffler und DeChambeau gemeinsam auf den Platz schickte. Tommy Fleetwood und Justin Rose waren aber gnadenlos gut, bastelten 12 Birdies auf 15 Löchern zusammen um mit 3&2 erneut den Grundstein zum Erfolg zu legen. Scheffler, der bereits in Rom strauchelte, wird zum tragischen Helden der Vierer, der als erster Spieler überhaupt seit 1979 alle vier Matches verliert.
Rory McIlroy hat an der Seite von Shane Lowry mehr mit unsportlichen Fans als mit Justin Thomas und Cameron Young zu kämpfen. Der Nordire wirkt bereits etwas abgekämpft sowie von Gehässigkeiten der Fans genervt und überlässt es seinem Partner die Big Points zum vollen Erfolg von 2 Auf zu scoren.
Sepp Straka liegt mit Jon Rahm die meiste Zeit über voran, kommt jedoch zu selten nah zu den Fahnen um Druck auszuüben. Mit starken Putts rettet er sich mit dem spanischen Topstar immer wieder, ehe J.J. Spaun und Xander Schauffele im Finish heißlaufen, die letzten Löcher gewinnen und das Match tatsächlich noch drehen. Für mehr als 4,5 Punkte reicht es in den ersten 16 Auseinandersetzungen für die Gastgeber nicht, da auch Fitzpatrick / Hatton voll punkten. Das US Team muss in den 12 Singles somit mehr als nur das Unmögliche möglich machen und 10 von 12 Punkten gewinnen…
SATURDAY FOURBALLS |
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4,5 |
11,5 |
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| (F) |
2 UP |
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| THOMAS / YOUNG | vs | McILROY / LOWRY |
Nachdem weder Shane Lowry noch Rory McIlroy die guten Ausgangslagen nach dem Drive auf der 1 in Birdies verwandeln können, ist die Tür für Cameron Young eigentlich sperrangelweit offen, allerdings findet der US-Amerikaner zumindest vorerst noch nicht den Rhythmus vom Vormittag und schiebt seinerseits den Putt vorbei. Am Par 5 der 4 lässt Lowry dann stark sogar den Adler landen, holt so die Führung für Europa und zeigt in Folge dem mittlerweile sichtbar und hörbar unsportlichen Publikum in New York auch ziemliche Emotionen.
Damit pusht er sich sichtlich selbst, denn auf der 5 legt er gleich noch weiter nach und stellt früh bereits auf 2 Auf für den alten Kontinent. Cameron Young locht dann auf der 7 aus großer Distanz, holt so ein Loch für die USA wieder zurück und sorgt damit auch für richtige Jubelstürme im Publikum. Diese intensivieren sich dann auf der 9 noch zusätzlich, nachdem Thomas einen weiteren langen Putt locht, während Lowry knapp verschiebt. Damit biegt das Match bei All Square auf die Backnine ab.
Danach wird das Match vor allem durch die ziemlich aufgeheizte Stimmung getragen, als durch sportliche Highlights. Erst auf der 14 rollt McIlroy dann den Birdieputt ins Loch, was Thomas nicht matchen kann, womit zu dieser Zeit Europa sogar in allen vier Vierern am Nachmittag führt. Auf der 18 holt sich das irische Power Duo dann auch noch das Schlussloch und ringt in der feindseligen Atmosphäre Thomas und Young mit 2 Auf nieder.
| (F) |
3 & 2 |
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| SCHEFFLER / DeCHAMBEAU | vs | ROSE / FLEETWOOD |
Alle vier Spieler legen sich auf der 1 durchaus annehmbare Birdiechancen auf und da Rose seine nervenstark in Zählbares verwandelt, wird das anfängliche Risk & Reward Loch souverän geteilt. Auch danach bleibt das Match durchaus hochklassig, wobei vor allem Rose in der Anfangsphase voll zu überzeugen weiß, denn auf der 3 nützt er einen verpassten Birdieputt von Scheffler eiskalt aus und bringt Europa erstmals in Führung.
Nachdem DeChambeau dann jedoch am darauffolgenden Par 5 eine unglaubliche Attacke zündet, folgt der Konter der Amerikaner postwendend. Das bringt Stars & Stripes auch etwas ins Rollen, legen doch beide US-Boys auf der 5 ihre Eisen stark zur Fahne, womit sie das Match sogar rasch drehen. Nachdem DeChambeau’s Putt über die Lochkante läuft, weiß Justin Rose die sich bietende Chance zu nützen und stellt die Partie rasch wieder auf Anfang.
Auch danach ist es der Routinier der das Team in dieser Phase regelrecht trägt, wie ein starker Putt mit deutlichem Break zum nächsten Lochgewinn auf der 8 untermauert. Kaum auf den hinteren Neun angekommen knallt dann Tommy Fleetwood den Ball bis auf wenige Zentimeter zur Fahne. Nur Sekunden später macht es Scottie Scheffler eigentlich noch besser, trifft jedoch gleichzeitig Loch und Fahne, von wo aus der Ball bis ins Rough zurückspringt. Das Pech der USA ist das Glück Europas, denn der Engländer lässt sich nichtz zweimal bitten und stellt auf 2 Auf.
Nachdem auf der 11 ein gefühlvoller Putt von DeChambeau den Weg ins Loch findet und er so wieder auf nur noch 1 Down verkürzt, springt der Funke noch einmal aufs Publikum voll über. Das aufkeimende US-Momentum ersticken die beiden Engländer aber sofort wieder, denn beide knallen die Annährungen auf der 12 stark zur Fahne, womit es prompt wieder 2 Auf steht. Rose und Fleetwood lassen lassen auch danach in keinster Weise die Zügel etwas lockerer und zwingen DeChambeau am Par 3 der 14 richtiggehend in den nächsten Fehler. Nach der 16 ist dann auch Schluss, da DeChambeau und Scheffler bei 3 & 2 schlicht die Löcher ausgehen.
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1 UP |
(F) | |
| SCHAUFFELE / SPAUN | vs | RAHM / STRAKA |
Sowohl Sepp als auch Jon Rahm bringen die Drives durchaus angenehm ins Spiel, allerdings schießt Sepp mit dem Pitch dann etwas übers Ziel hinaus und parkt die Annäherung nur hinten am Grün. Rahm springt aber ein und teilt mit Birdie noch die Anfangsbahn. Bereits auf der 2 läuft der Putter des Österreichers dann aber heiß, denn aus vier Metern holt er den ersten Lochgewinn für Europa.
Gar lange hält die Führung jedoch nicht, denn nachdem sowohl Sepp als auch Rahm am Par 5 der 4 mit Problemen zu kämpfen haben, gleicht Schauffele das Match recht rasch wieder aus. Den Putter hat Sepp auch weiterhin gut temperiert, denn auf der 6 rollt er erneut aus vier Metern den Birdieputt ins Loch und hält das Match so weiterhin bei All Square. War es am Freitag noch Jon Rahm der des Öfteren die Kohlen aus dem Feuer holte, so ist es am Samstag Sepp Straka, denn auf der 7 stopft er den nächsten Putt ohne mit der Wimper zu zucken und bringt Europa so wieder in Führung.
Noch vor dem Turn legt dann Rahm noch eins drauf, womit Europa zwar bei 2 Auf zur 10 marschiert, allerdings stopft dort Spaun einen Megaputt quer übers Grün und kann so prompt wieder verkürzen. Die Amerikaner fighten auch danach was das Zeug hält, allerdings locht auf der 15 Sepp Straka einen wichtigen Birdieputt um Europa auch weiterhin in Führung zu halten.
Das ändert sich dann auf der 17, denn weder Sepp noch Rahm können dem Birdie von Spaun etwas entgegensetzen, womit die Kontrahenten bei All Square zur 18 abbiegen. Der Ausgleich zeigt auch Wirkung, denn weder Sepp noch Rahm gelingen die Eisen wie geplant, wogegen Spaun die Annäherung fast geschenkt zur Fahne legt. Am Ende krallen sich die Amerikaner so sogar noch knapp den Sieg. Etwas unverhofft, nachdem Europa bis zur 17 noch in Führung lag.
| (F) |
1 UP |
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| BURNS / CANTLAY | vs | FITZPATRICK / HATTON |
Im letzten Vierer des diesjährigen Ryder Cups gibt es kurzfristig noch eine Änderung, denn Viktor Hovland fällt nicht ganz fit aus, weshalb Tyrrell Hatton einspringt. Dass die Amerikaner mittlerweile ziemlich Nerven zeigen wird auf der 1 dann klar, denn sowohl Hatton als auch Fitzpatrick verpassen die möglichen Birdies, dennoch wird das Loch am Ende noch geteilt. In dieser Tonart geht es nahezu die gesamten Frontnine weiter, wobei beide Teams immer wieder echte Hochkaräter auslassen.
Erst kurz vor dem Wechsel auf die Backnine rollt dann ein Birdieputt von Fitzpatrick ins Ziel, was Europa auch im finalen Vierer in Führung gehen lässt. Richtig Fahrt nimmt die Auseinandersetzung jedoch auch danach nicht auf, denn auch weiterhin plätschert das Match ziemlich ereignislos vor sich hin. Erst am Par 3 der 14 kommt dann wieder Bewegung ins Geschehen, nachdem Sam Burns die Partie sehenswert wieder ausgleichen kann.
Auf der 18 legen dann sowohl Fitzpatrick aus dem Fairwaybunker, als auch Hatton die Annäherungen faktisch geschenkt zur Fahne, was keiner der beiden Amerikaner mehr egalisieren kann. Damit schnappt sich Europa im letzten Match sogar noch den vollen Punkt und biegt so mit einem unglaublichen Zwischenstand von 11,5 : 4,5 – noch nie in der Ryder Cup Historie führte ein Team höher – in die finalen Singles am Sonntag, wo nun nur noch 2,5 Punkte fehlen um den Pokal wieder mit nach Europa nehmen zu können.



