Der GC Gut Altentann ist für Deutschlands DP World Tour Spieler sichtlich ein guter Boden, denn neben Marcel Schneider an der Spitze, etablieren sich bei den Austrian Alpine Open auch Nicolai Von Dellingshausen und Maximilian Kieffer im Spitzenfeld.
Vor 35 Jahren schnappte sich Evergreen Bernhard Langer in Salzburg den Titel, nun kehrt die DP World Tour in den GC Gut Altentann in Salzburg zurück. Guter Golfboden also für Deutschland und unweit der Grenze zu Bayern, dürfen sich die Spieler in schwarz-rot-gold wohl auch auf zahlreiche Fan-Unterstützung aus der Heimat freuen. Das sollte auch die Form etwas ankurbeln, denn zuletzt in Antwerpen schaffte nur Yannik Paul den Sprung ins Wochenende, mehr als ein Mittelfeldplatz wollte am Ende aber nicht herausspringen. Zusätzlich Ansporn sollte die Tatsache sein, dass in Henndorf auch Ryder Cup Captain Luke Donald (ENG) mit von der Partie ist und sich höchstpersönlich einen Überblick über mögliche Kandidaten für New York verschaffen will.
Am Nachmittag kommt Marcel Schneider dann nahezu von Beginn an mit den schwierigen Verhältnissen bestens zurecht, denn nach sehenswerten Eisen belohnt sich der Routinier schon auf der 11 und der 12 mit den ersten Birdies. Nur kurz gönnt er sich dann eine kleine Auszeit, ehe er auf der 15 und der 16 zum nächsten roten Doppelpack ansetzt. Da sich dann noch vor dem Wechsel auf die Frontnine auch am Par 5 der 18 ein Schlaggewinn ausgeht, biegt der 35-jährige sogar in geteilter Führung mit Landsmann Nicolai von Dellingshausen zur 1 ab. „Mein Spiel fühlt sich richtig gut an, soweit alles unter Kontrolle. Dafür, dass es zuletzt sehr viel geregnet hat ist der Platz echt gut in Schuss. Dachte, dass es etwas schwieriger sein wird. Der Wind ist ziemlich tricky, da er ziemlich böig daherkommt. Ich hoffe jetzt einfach, dass die Frontnine genauso gut laufen wie die Neun zuvor“, so Schneider kurz nach einer gelochten Annäherung zum Eagle auf der 2. Auf der 6 schleicht sich dann zwar mit einem verpassten Up & Down auch das erste Bogey ein, dieses bessert er am Schlussloch aber wieder aus und setzt so schließlich mit der 63 (-7) die Bestmarke am Donnerstag.
Von Dellingshausen erster Verfolger
Im windigen und nassen Gut Altentann hat Nicolai Von Dellingshausen von Beginn an alles fest im Griff und startet gleich mit einem roten Doppelpack von der 10 weg ins Turnier. Auch danach lässt der 32-jährige nichts anbrennen, schnappt sich nach einer Parserie auf der 16 mit einem starken Putt Birdie Nummer 3 und hat auch das Par 5 der 18 kurz vor dem Turn bestens im Griff, was ihn bei 4 unter Par sogar als Spitzenreiter auf die Frontnine abbiegen lässt. In der gleichen Tonart geht es zunächst auch auf den Frontnine weiter, wie das bereits fünfte Birdie des Tages auf der 1 untermauert. Danach wird es auf der Scorecard aber deutlich ruhiger, denn erst im Finish kommt nach verpasstem Up & Down mit dem ersten Bogey auf der 8 wieder Farbe aufs Tableau. Stark bessert er den Faux-pas am abschließenden Par 5 aber wieder aus und etabliert sich so mit der 65 (-5) und nur zwei Schlägen Rückstand auf seinen Landsmann als erster Verfolger.
Mit einem verzogenen Drive und dem daraus resultierenden anfänglichen Bogey beginnt der erste Arbeitstag für Max Kieffer zwar ziemlich zäh, allerdings kann er in Folge sein Spiel zusehends stabilisieren. Auf der 5 lässt der Putter dann schließlich aus vier Metern den Ausgleich springen und da sich auf der 6 aus ganz ähnlicher Distanz gleich das nächste Birdie ausgeht, drückt er sein Score sogar recht rasch in den Minusbereich. Nach souveränen Pars stopft er nach dem Turn auf der 11 aus drei Metern den nächsten Birdieputt, womit er sich an die Top 10 herantastet. Geduldig spult er danach Par um Par ab und schlägt schließlich am Par 5 Schlussloch noch einmal zu. Am Ende geht sich so am Donnerstag die 67 (-3) aus, was ihm als 8. eine hervorragende Ausgangslage für den weiteren Turnierverlauf einbringt.
Ebenfalls auf Kurs
Zwar spult Marcel Siem sehr souverän im windigen Salzburg die Backnine ab und darf sich nach gelochtem 2,5 Meter Putt auf der 15 auch über das erste Birdie freuen, nach gewasserter Annäherung auf der 18 kommt er jedoch nach einem Par 5 Bogey nur bei Level Par zur 1. Schon auf der 2 leuchtet nach einem lasergenauen Eisen jedoch das Minus wieder auf. Dieses verteidigt er schließlich gekonnt die gesamte verbleibende Distanz über und startet so mit der 69 (-1) und als 40. durchaus angenehm ins Geschehen.
Youngster Freddy Schott beginnt die Auftaktrunde am Nachmittag ganz souverän, ehe es ihn auf der 15 nach Ungenauigkeiten im langen Spiel erstmals erwischt. Den Fehler steckt er aber gut weg und kommt dank eines gelochten Fünfmeterputts auf der 17 immerhin bei Level Par zum Turn. Mit einem Putt aus sieben Metern drückt er sein Score dann am Par 3 der 3 sogar in den roten Bereich, muss sich aufgrund eines Bogeys am letzten kurzen Loch jedoch schlussendlich mit der 70 (Par) anfreunden. Damit bringt er sich aber wie Landsmann Jannik De Bruyn – der 25-jährige kämpft sich nach Doppelbogey und Bogey noch sehenswert zur 70 (Par) – als 59. auf Kurs in Richtung Wochenende.
Paul kämpft sich zurück
Yannik Paul und Tiger Christensen finden von Beginn an kein wirksames Rezept für Gut Altentann und liegen bereits nach einer gespielten Hälfte ziemlich abgeschlagen im Feld zurück. Der Youngster hat auch danach ziemlich zu kämpfen und steht am Ende nur mit der 76 (+6) und als 148. wieder beim Recording. Paul hingegen findet rund um den Turn den Resetknopf, krallt sich auf fehlerlosen Frontnine noch vier Birdies – drei davon auf den letzten drei Löchern – und kämpft sich so immerhin noch zu einer 71 (+1), womit er als 67. die Chance auf den Cut am Leben hält. Alex Knappe zieht noch vor Start der Auftaktrunde zurück.
