Stephan Jäger legt bei den PGA Championship einen absoluten Traumstart hin und hält sich dank einer 67 (-4) noch so gut wie alle Chancen offen. Martin Kaymer kommt in Quail Hollow hingegen mit einer 78 (+7) ziemlich unter die Räder.
Wie schon in den Jahren zuvor stehen auch heuer mit Stephan Jäger und Martin Kaymer wieder zwei Deutsche bei den PGA Championship am Start. Jäger präsentierte sich zuletzt auch wieder mit ansteigender, wenn auch noch nicht durchgehend konster Form, womit er vergangene Woche in Philadelphia mit einem starken Ergebnis auch die Top 50 der Welt wieder ein wenig absichern konnte. Vorrangiges Ziel wird es in Quail Hollow auf jeden Fall sein, sein bestes PGA Championship Resultat einzufahren, wobei die Latte mit einem 50. Platz noch nicht wirklich hoch liegt.
Zum bereits 16. Mal steht Martin Kaymer beim zweiten Major des Jahres in den Teeboxen, wobei er 2010 die berühmte Wanamaker Trophy sogar gewinnen konnte. Nach seinem Wechsel zu LIV taucht die ehemalige deutsche Nummer 1 nur noch selben bei Majors oder auf der DP World Tour auf, letztes Jahr stand er aber immerhin bei den PGA Championship sogar im Wochenende, fiel dann jedoch deutlich zurück. Alle beiden Deutschen starten am Donnerstag gleich mit früher Startzeit, wobei Kaymer sogar mit allererster Tee Time unterwegs ist.
Ganz sicher findet Stephan Jäger mit dem ersten Drive das Fairway und hat im Dogleg so keinerlei Probleme die Annäherung am Kurzgemähten unterzubringen, was ihn mit einem ganz sicheren Par ins Major starten lässt. Schon auf der 3 bringt er sich dann zwar mit einem eingebunkerten Drive ziemlich in die Bredouille, kämpft sich mit gelungenem Up & Down aber noch zum Par. Der Save scheint vor allem den Putter anzuheizen, geht sich danach am Par 3 der 4 doch aus vier Metern das erste Birdie des Tages aus.
Sofort nachgelegt
Sofort legt der Bayer auch weiter nach, denn mit einer fast gelochten Annäherung lässt er sich auf der 5 nur wenige Zentimeter zum nächsten Birdie übrig und mischt so dank des roten Doppelpacks in der frühen Phase sogar im absoluten Spitzenfeld mit. Auch weiterhin zeigt der ehemalige Houston-Champion enorm starkes Golf und lässt sich am Par 5 der 7 selbst von einer eingebunkerten Grünattacke nicht vom nächsten Schlaggewinn abhalten, was erstmals auch die „1“ neben seinem Namen aufleuchten lässt.
Den eingeschlagenen Weg geht der 35-jährige auch nach dem Turn zumindest vorerst unbeirrt weiter, wie das bereits vierte Birdie des Tages nach Chip & Putt am Par 5 der 10 unterstreicht. Auf der 12 erwischt es Stephan dann jedoch auch mit dem ersten Bogey, da er sich nach leicht verzogenem Drive und knapp verfehltem Grün nicht mehr zum Par scramblen kann. Der Fehler bringt ihn aber nicht aus dem Konzept und dank eines gefühlvollen Bunkerschlags und eines noch besseren Viermeterputts, stellt er bereits am kurzen Par 4 der 14 den alten Zwischenstand von 4 unter Par wieder her.
Am Schlussloch noch erwischt.
Der Fehler bringt ihn aber nicht aus dem Konzept und dank eines gefühlvollen Bunkerschlags und eines noch besseren Viermeterputts, stellt er bereits am kurzen Par 4 der 14 den alten Zwischenstand von 4 unter Par wieder her. Nachdem er dann mit der 15 auch noch das letzte der drei Par 5 Löcher bestens im Griff hat, stürmt er vorerst sogar bei -5 in die alleinige Führungsrolle. Zwar biegt er noch sehr souverän in den berühmten Schlussstretch Quail Hollows ab, am Schlussloch erwischt es ihn dann aber doch noch einmal.
Der Drive zieht etwas zu weit nach links und geht schließlich im Creek baden. Nach Drop erreicht er aus dem Rough nur den Grünbunker, von wo aus er sich aber noch sehenswert zumindest zum Bogey scrambled. Damit kann er den Schaden auch noch auf ein Minimum begrenzen und startet so schließlich mit einer 67 (-4) ins Turnier, womit er sich als 4. noch so ziemlich alle Chancen in dieser Woche offen hält.
„War super gespielt heute. Vor allem die Drives waren auf den Frontnine richtig gut, ich war immer am Fairway und dann kann man auch etwas angreifen in die Grüns. Nach dem Turn dann auch ein paar wichtige Parputts gemacht und auch noch Birdies auf der 14 und der 15. Also ich bin super happy mit der Runde heute. Die PGA of America macht das von den Setups her eigentlich immer gut. Es ist schwierig aber fair“, so Stephan direkt nach der Runde.
Kaymer kommt unter die Räder
Gleich die megazähe 1 hängt Martin Kamyer in anfängliches Bogey um da er sich nach verzogenem Drive und versandetem Approach nicht mehr zum Par scramblen kann. Zwar zeigt er sich vom anfänglichen Fehler ziemlich unbeeindruckt und stabilisiert sein Spiel danach zusehends, am Par 3 der 4 bekommt er dann jedoch abermals Sand ins Getriebe und rutscht so rasch weiter zurück. Richtig ungemütlich wird es dann aber auf der nächsten kurzen Bahn, denn nach etwas zu kurzem Tee Shot brummt er sich aus 2,5 Metern noch dazu einen zusätzlichen Dreiputt auf, womit sogar ein Doppelbogey aufleuchtet.
Noch vor dem Wechsel auf die hintere Platzhälfte erwischt es den ehemaligen Champion dann mit einem verpassten Up & Down erneut, was ihn lediglich mit dem Zwischenstand von +5 auf die Backnine abbiegen lässt. Dort präsentiert er sich dann deutlich stabiler, allerdings jedoch ohne Schläge gutmachen zu können. Am Schlussloch kommt dann jedoch noch einmal Farbe aufs Tableau, nach verzogenem Drive und zusätzlichem Dreiputt mit einem Doppelbogey jedoch die völlig falsche. Am Ende notiert er lediglich die 78 (+7) und liegt damit als 138. bereits ziemlich abgeschlagen im Feld zurück.
Jhonattan Vegas (VEN) erwischt mit der 64 (-7) den besten Auftakt.
