Einiges möglich in Troon

Marcel Siem hat nach einer zwiegespaltenen 71 (Par) bei den Open Championship die Topränge breit vor sich aufgefächert. Auch Senior Open Champion Alex Cejka schafft im Royal Troon den Sprung ins Wochenende.

So richtig ihren Stempel konnten die Deutschen den Open Championship zwar zum Auftakt noch nicht aufdrücken, mit 73er (+2) Runden liegen Marcel Siem und Alex Cejka aber immerhin klar auf Kurs in Richtung Wochenende und weisen bei einem recht dichtgedrängten Leaderboard auch noch nicht wirklich viel Rückstand auf die lukrative Leaderboardregion auf. Stephan Jäger hatte bei seinem Open-Debüt noch etwas härter zu kämpfen, nimmt die 2. Runde aber rund um die erwartete Cutmarke in Angriff. Yannik Paul muss nach einer zähen 77 bereits den Turbo zünden.

Marcel Siem ist am Freitag gleich mit allererster Startzeit unterwegs und weiß die frischen Grüns sofort perfekt zu nützen, wie ein gelochter Viermeterputt zum Birdie an der 1 beweist. Nachdem er dann auf der 2 die nächste dicke Chance verstreichen lässt, knallt er auch auf der 3 die Annäherung wieder bis auf drei Meter zur Fahne und schraubt sein Tagesscore so rasch auf 2 unter Par. In dieser Tonart geht es auch danach weiter, denn mit einem perfekten Wedge lässt er sich am Pra 5 danach überhaupt nur einen Meter übrig und hält so sogar bei -3 nach 4 gespielten Löchern.

Marcel SiemKonträre Backnine

Nur kurz gönnt er sich dann eine kleine Verschnaufpause, ehe bereits am Par 5 der 5 aus fünf Metern der nächste Birdieputt fällt und da er auch auf das kleine Grün des ikonischen Par 3 der 8 den Tee Shot auf 2,5 Meter anmisst, hält er nach acht gespielten Löchern sogar bereits bei unglaublichen 5 unter Par. Erst auf der 9 wirft der Ratinger dann erstmals den Anker aus, nachdem er sich nach verzogenem Approach nicht mehr zum Par scramblen kann. Das kostet auch etwas den beeindruckenden Schwung, wie auch der nächste Fehler nach verzogenem Drive und verschobenem Zweimeterputt auf der 11 unterstreicht.

Auch danach hat er weiterhin Probleme den beeindruckenden Rhythmus der Frontnine wiederzufinden, denn das nächste verpasste Fairway auf der 13 mündet prompt im nächsten Bogey und da er sich danach am Par 3 einbunkert, ist er drauf und dran sogar alles bereits herausgeholte wieder zu verspielen. Das passiert dann schließlich kurz vor Ende der Runde, denn ein minimal zu kurzer Abschlag kostet ihm auch am Par 3 der 17 einen Schlag, womit sein Tagesergebnis endgültig wieder bei Level Par liegt. Schlussendlich unterschreibt er am Freitag die 71 (Par), was zwar angesichts der fantastischen Frontnine sicherlich eine kleine Enttäuschung darstellt, ihn als 18. aber in vielversprechender Position ins Wochenende cutten lässt.

Cejka mit Routine im Weekend

Nach zwei ganz sicheren anfänglichen Pars bringt Alex Cejka auf der 3 erstmals den Putter richtig auf Temperatur und holt sich aus fünf Metern das erste Birdie ab. Mit sehr solidem Spiel von Tee bis Grün lässt der Senior Open Champion vom Vorjahr auch auf den darauffolgenden Bahnen nichts anbrennen und verwaltet so vorerst das zartrosa Zwischenergebnis. Das kurzes schwierige Par 3 der 8 macht dann seinem Namen „Postage Stamp“ alle Ehre, denn Alex verfehlt das kleine Ziel, spielt von Grünbunker zu Grünbunker und kann so schließlich den scoretechnischen Ausgleich nicht mehr abwenden.

Alex CejkaZwar stabilisiert er in Folge sein Spiel wieder, bringt jedoch vorerst kein weiteres Birdie zu Papier und rutscht schließlich auf der 13 nach verpasstem Up & Down erstmals am Freitag in den Plusbereich ab. Nachdem er weder Fairway noch Grün findet, wird ihm dann ausgerechnet das Par 5 der 16 mit dem nächsten Bogey zum Verhähgnis. Des Schlechten nicht genug muss er auch am Par 3 der 17 nach eingebunkertem Tee Shot ein Bogey einstecken und findet sich so erstmals nur hinter der erwarteten Cutmarke wieder. Am Ende unterschreibt er zwar nur die 74 (+3), +5 reichen am Ende des Tages als 54. aber locker um auch am Wochenende noch mit von der Partie sein zu können.

Paul und Jäger verpassen den Cut

Anders als am Vortag beginnt Yannik Paul die 2. Runde mit einem sicheren Par recht stressfrei und arbeitet sich auch danach auf der 2 aus dem Grünbunker noch zum Par. Das erhoffte erste Birdie geht sich dann am Par 5 der 4 jedoch noch nicht aus, weshalb er der gezogenen Linie nur bedingt näher kommt. Nachdem ihn dann am Par 3 der 5 der Putter im Stich lässt und ihm aus rund 20 Metern mit einem Dreiputt das erste Bogey aufs Auge drückt, rückt das rettende Cut-Ufer sogar in ganz weite Ferne.

Yannik PaulDiese verliert er dann auf der 7 wohl endgültig aus den Augen, nachdem er sich mit einem suboptimalen Pitch sogar ein Doppelbogey einfängt. Zwar zieht auch auf der 9 der Drive wieder Richtung Rough, Yannik erreicht aber das Grün und stopf unverhofft aus zehn Metern zu seinem ersten Birdie in Troon. Die Freude währt jedoch nur kurz, da er sich nach verzogenen Drives und anschließenden Drops sowohl auf der 10 als auch auf der 11 weitere Doubletten eintritt.

Immerhin lässt sich der 30-jährige nicht hängen und holt sich dank eines starken Tee Shots am Par 3 danach auch ein weiteres Birdie ab. Zum Abschluss rollt dann auch aus vier Metern noch der Birdieputt ins Ziel, womit er sich trotz der 75 (+4) und eines recht klar verpassten Cuts durchaus ansprechend aus Troon verabschiedet.

Stephan Jäger ist am Freitag als einziger Deutscher erst am Nachmittag unterwegs und hat gleich zu Beginn Probleme, da er aus dem Rough das Grün nicht erreicht und sich nach verschobenem Dreimeterputt prompt ein anfängliches Bogey eintritt. Zwar findet er danach auf der 2 das erste Fairway, die Eisen gelingen jedoch nach wie vor nicht wie geplant, was sich sofort im nächsten Fehler niederschlägt. Nur kurzzeitig kann er sein Spiel dann konsolidieren, ehe ihm am Par 3 der 5 ein zu kurzer Abschlag zum Verhängnis wird und ihn endgültig weit zurückwirft.

Stephan JägerZu allem Überfluss lässt dann auch noch der 14. Schläger den Bayer im Stich und hängt ihm auf der 7 aus acht Metern mit einem Dreiputt den nächsten Fehler um, womit der Cut mittlerweile in ziemliche Ferne rückt. Immerhin rehabilitiert er sich für den Faux-pas prompt am berühmten Par 3 danach mit einem gelochten Birdieputt aus sechs Metern. Auf der 11 wird es dann richtig bitter, denn der Abschlag zieht ins Aus, was Jäger sogar zum Nachladen zwingt und am Ende lediglich ein Doppelbogey zulässt.

Nachdem es sich dann auch auf der 12 nach vergeblichem Scrambling , auf der 13 nach weiterem Dreiputt und auf der 14 nach verpasstem Sand Save Bogeys bequem machen, scheint der Cut wohl außer Reichweite zu rücken. Am Par 5 der 15 geht sich dann zwar sogar mit einem Birdie noch ein Erfolgserlebnis aus, das nächste verpasste Up & Down danach lässt jedoch selbst diese rasch wieder in Vergessenheit geraten. Am Ende leuchtet am Freitag nur eine 79 (+8) auf, womit er glasklar am Wochenendeinzug scheitert.

Lowry unangefochten voran

Shane Lowry (

IRL) weiß die noch gutmütigeren Verhältnisse am Vormittag gekonnt auszunützen und spielt sich mit einer 69 (-2) auf gesamt 7 unter Par, was ihn mit zwei Schlägen Vorsprung auf Daniel Brown (ENG) die unangefochtene Führung beschert. Einige Hochkaräter erwischt es in Royal Troon in dieser Woche richtig heftig, denn Rory McIlroy (NIR) etwa findet so gar keinen Rhythmus und schweiter knallhart am Cut. Auch Tiger Woods (USA) findet für die schottische Par 71 Wiese überhaupt kein Rezept.

Leaderboard Open Championship

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