Freddy Schott bleibt der eingeschlagenen Linie auch am Freitag weiterhin treu und startet nach der 67 (-5) als erster Verfolger von Überflieger Calum Hill (SCO) ins Wochenende. Auch Nicolai Von Dellingshausen hätte bei den Bahrain Championship ein Topergebnis wohl locker noch in Reichweite. Für Marcel Schneider und Marcel Siem endet das Wüstenspektakel im Royal GC bereits nach dem Freitag.
Freddy Schott und Nicolai Von Dellingshausen kommen sichtlich immer besser ins Rollen, denn zum Auftakt in Bahrain brannten die beiden ein wahres Birdiefeuerwerk ab. Schott spielte sich am Nachmittag mit einer 65 (-7) überhaupt gleich bis in die geteilte Führung, Von Dellingshausen lauert dank der 66 (-6) am Vormittag auf erster Verfolgerposition. Auch Marcel Schneider notierte mit der 71 (-1) einen Auftakt unter Par und startet somit auf Cut-Kurs in den Freitag. Marcel Siem hatte erneut zu kämpfen und benötigt nach der 74 (+2) bereits eine richtig starke 2. Runde um sich noch ins Wochenende kämpfen zu können.
Gleich zu Beginn macht Freddy Schott dort weiter wo er am Donnerstag aufgehört hat, denn selbst ein knapp verfehltes Grün hält ihn auf der 1 nicht vom anfänglichen Birdie ab. Auch danach hat der 24-jährige alles fest im Griff und holt sich trotz einiger Ungenauigkeiten im langen Spiel bereits am Par 5 der 3 aus sechs Metern das nächste Erfolgserlebnis ab. Erst danach geht er es ein wenig ruhiger an, hält Bogeys jedoch konsequent von der Scorecard fern. Kurz vor dem Turn lässt dann mit der 9 auch die zweite lange Bahn der Frontnine ein Birdie springen, was ihn weiterhin voll im Titelkampf hält.
Nach einer kurzen Verschnaufpause auf den ersten Löchern der hinteren Neun, bringt er sich dann am Par 5 Doppel der 13 und 14 wieder voll ins Geschehen ein, denn nach einem vierten Birdie auf der 13, lässt er nach starker Attacke auf der 14 sogar den Adler landen und pusht sich so endgültig wieder an die Spitze. Erst auf den letzten Löchern ändert sich das Bild dann doch ein wenig drastisch: Freddy kann bei einem weiteren Birdie zwar zwei Bogeys durchwegs gut verkraften und packt so auf die 65 (-7) vom Vortag eine weitere starke 67 (-5) drauf, Calum Hill gelingt jedoch sogar eine 61 (-11), womit er sich bei gesamt 16 unter Par sogar gleich einen vier Schläge großen Vorsprung erspielt.
Voll an den Top 10 dran
Perfekt bemisst Nicolai Von Dellingshausen die erste Annäherung und holt sich aus nicht einmal einem halben Meter prompt auf der 10 ein anfängliches Birdie ab. Mit sicherem Spiel lässt der 33-jährige auch danach nichts anbrennen und belohnt sich recht zeitnah am Par 5 der 13 mit Chip & Putt rasch ein weiteres Mal. In Folge hält er auch weiterhin Fehler konsequent fern, Birdie will sich vorerst zwar kein weiteres ausgehen, bei 2 unter Par bleibt er dem Spitzenfeld aber weiterhin erhalten. Das gute Gefühl nimmt er vorerst auch nahtlos auf die Frontnine mit, wie das nächste Birdie aus 1,5 Metern auf der 1 beweist.
Erst eine verzogene Attacke am Par 5 der 3, die schließlich im ersten Bogey mündet, kostet die Selbstverständlichkeit dann etwas. In Folge läuft er vergeblich noch einem weiteren Birdie hinterher, muss parallel dazu jedoch am Par 3 der 7 ein Dreiputtbogey einstecken und unterschreibt so am Ende nur die leicht gerötete 71 (-1). Damit rutscht er zwar auch noch aus den Top 10, als 14. und bei nur minimalem Rückstand wäre ein Spitzenergebnis aber ganz klar wohl locker noch in Reichweite.
Endstation für Schneider und Siem
Mit einem gelochten Sechsmeterputt zum Birdie beginnt der zweite Arbeitstag für Marcel Schneider zwar nach Maß, allerdings kann der 35-jährige nicht nachlegen und kommt so mit den durchwegs guten Scores nicht mit. Richtig unangenehm wird es dann jedoch auf der 15, denn ein gewasserter Drive mündet am Ende sogar in einem Triplebogey, womit er bis in den dreistelligen Leaderboardbereich abrutscht. Ein weiterer wilder Ritt inklusive Doppelbogey am Par 3 der 2 besiegelt dann endgültig das freie Wochenende. Trotz zweier Birdies und einem Eagle geht sich so bei noch zwei Bogeys lediglich eine 74 (+2), womit der Cut in dieser Woche in weiter Ferne liegt.
Ausgerechnet am Par 5 der 13 fängt sich Marcel Siem nach versandetem Pitch das erste Bogey ein und da er sich kurz danach mit einem Dreiputtbogey auf der 15 und einem weiteren Driller vom Vorgrün am Par 3 danach die nächsten Schlagverluste eintritt, wird ein freies Wochenende langsam aber sicher immer wahrscheinlicher. Immerhin findet er auf der 17 und der 18 dann auch die ersten Birdies und kämpft sich so wieder ein wenig näher heran. Auf den vorderen Neun intensiviert er dann angriffslustig noch das Tempo, was sich bei zwei Bogeys auch in gleich vier Birdies recht ansehnlich niederschlägt. Die 71 (-1) reicht am Ende aber nicht, weshalb für den Routinier bereits am Freitag in Bahrain wieder Endstation ist.

