Deutschlands Professionals kommen bei den Open de Espana die gesamte Woche über nicht wirklich ins Rollen, denn Marcel Schneider wird im Club de Campo Villa de Madrid als 39. noch der beste Akteur in schwarz-rot-gold.
Nachdem Yannik Paul nach Runden von 75 (+4) und 67 (-4) Schlägen nur eben gerade noch so den Sprung ins Wochenende gelang, drückte der 31-jährige am Samstag dann lange Zeit sehenswert aufs Tempo und spielte sich mit starker Birdiequote weit nach vor. Erst ein Doppelbogey am Schlussloch trübte das Bild dann etwas ein, aus dem soliden Mittelfeld wäre am Sonntag ein Sprung in den lukrativen Bereich des Leaderboards aber sicherlich noch machbar, was ihm auch im Kampf um die Tourcard enorm weiterhelfen würde. Mit nur einem bzw. zwei Schlägen mehr auf dem Konto hätten wohl auch Marcel Siem und Marcel Schneider am Finaltag noch reelle Chancen einen großen Sprung im Klassement zu realisieren.
Nach anfänglichen durchwegs souveränen Pars, gibt sich Marcel Schneider mit einer starken Annäherung und dem ersten Birdie am Par 5 der 14 selbst sozusagen den benötigten Impuls, denn sofort legt der Routinier aus zwei Metern weiter nach. Auch auf den darauffolgenden Löchern weiß er seine Chancen eiskalt zu nützen, wie zwei weitere gelochte Putts aus ähnlicher Distanz untermauern. Mit gleich vier Birdies am Stück macht er so auch einen gewaltigen Sprung im Klassement und klopft sogar bereits an den Top 20 an.
Den Schwung kann er jedoch nicht auf die Frontnine mitnehmen, denn nach drei Pars rund um den Turn, brummt ihm das Par 3 der 3 nach verpasstem Up & Down das erste Bogey auf und da er auch auf der 6 einen Schlag abgeben muss, büßt er sogar wieder etliche Ränge ein. Selbst ein Par 5 Birdie auf der 5 bremst die Negativspirale der vorderen Neun nur kurz ein, wie ein weiterer Schlagverlust nach vergeblichem Scrambling auf der 8 untermauert. Am Ende geht sich zumindest noch eine 69 (-2) aus, womit jedoch nicht mehr als ein 39. Platz zu holen ist.
Siem und Paul noch weiter zurück
Sehr souverän findet Marcel Siem auf den Backnine in den Sonntag, denn mit einer Parserie macht der Routinier lange Zeit nichts verkehrt. auch der 16 läuft dann erstmals auch der Putter heiß und lässt aus gut sechs Metern das erste Birdie springen, womit er immerhin im zartrosa Bereich zum letzten Mal auf die Frontnine abbiegt. Dort fängt er sich dann aus zehn Metern mit einem Dreiputt auf der 1 zwar den Ausgleich ein, drückt sein Score aber prompt aus einem guten Meter wieder unter Par. Auf einen verpassten Sand Save am Par 5 der 4 hat er dann aber keine Antwort mehr parat und muss sich so am Ende mit der 71 (Par) abfinden, die ihn noch bis auf Rang 44 abrutschen lässt.
Zunächst hat es bei Yannik Paul den Anschein, als könne er das gute Gefühl der 68 (-3) vom Vortag in den Sonntag mitnehmen, denn mit einem Par 5 Birdie auf der 4 drückt er sein Score rasch unter Par. Danach allerdings verfinstert sich die Scorecard zusehends, da ihn ein Doppelbogey auf der 5 und zwei weitere Schlagverluste danach deutlich abrutschen lassen. Kurzzeitig keimt dann noch einmal etwas Hoffnung auf, allerdings macht er sich ein Par 3 Birdie sofort auf der 12 wieder zunichte und bremst sich auch nach zwei weiteren Birdies mit einem Bogey auf der 16 selbst wieder aus. Zwar geht sich zum Abschluss mit Chip 6 Putt am kurzen Par 4 der 18 dann noch ein Schlaggewinn aus, mit der 72 (+1) teilt er sich die Platzierung nur mit seinem Landsmann und lässt so auch wichtige Punkte im Kampf um die Tourcard liegen.
Marco Penge muss nach einer 72 (+1) zwar noch gegen Daniel Brown (ENG) (67) ins Stechen, setzt sich dort schließlich aber am ersten Extraloch mit Birdie gegen Par durch und sichert sich so den Sieg.
