Marcel Schneider und Yannik Paul bringen sich bei den BMW PGA Championship mit 69er (-3) Runden souverän auf Cutkurs. Nicolai Von Dellingshausen und Matti Schmid wahren im Wentworth Club noch die Chance aufs Wochenende.
Die BMW PGA Championship steht einmal mehr ganz im Zeichen des anstehenden Ryder Cups, denn in Wentworth ist nahezu das gesamte europäische Team am Start. Lediglich Österreichs Nummer 1 Sepp Straka lässt das Flaggschiff-Event der DP World Tour aus, da er es nach der Frühgeburt seines zweiten Kindes verständlicherweise vorzog in Alabama bei der Familie zu bleiben. Somit werden für die sechs Deutschen die Trauben in Surrey durchaus hoch hängen, allerdings könnte man sich mit einer starken Woche auch vieler Sorgen entledigen, gibt es neben sehenswerten Weltranglistenpunkten doch auch dicke Zähler im Race to Dubai. Diese müssen vor allem Yannik Paul und Max Kieffer noch anpeilen um das Spielrecht für kommendes Jahr absichern zu können.
Gleich zu Beginn hat Marcel Schneider den Putter perfekt auf Temperatur und krallt sich gleich am anspruchsvollen Eröffnungsloch aus vier Metern ein anfängliches Birdie. Das scheint für den Routinier jedoch nur die Ouvertüre zu einer hervorragenden Phase zu sein, denn schon auf der 3 fällt der nächste Putt aus ähnlicher Distanz und da er auch am Par 5 der 4 und auch auf der 6, aus sogar acht Metern, zuschlägt, diktiert er nach wenigen gespielten Löchern sogar das Tempo. Mit einem verpassten Up & Down schleicht sich auf der 7 dann zwar auch der erste Fehler ein, noch vor dem Turn rückt er sein Score aber wieder zurecht. Die hinteren Neun verlaufen dann jedoch völlig konträr, denn lediglich mit einem Bogey am Par 3 der 14 kommt noch einmal Farbe aufs Tableau. Am Ende geht sich so eine 69 (-3) aus, womit er mit Rang 32 einen durchaus souveränen Auftakt hinlegt.
Gleich auf der 1 holt sich Yannik Paul mit einem spektakulären Chip-in das erste Birdie ab und lässt selbst den schnellen Ausgleich auf der 3 mit einem roten Doppelpack danach rasch wieder in Vergessenheit geraten. Mehr positive News gibt es auf den Frontnine jedoch nicht zu vermelden, denn nach Bogeys auf der 7 und der 9, muss er noch vor dem Turn den Ausgleich einstecken. Am Weg auf die Backnine sammelt sich der 31-jährige dann aber und drückt von der 11 weg mit gleich drei Birdies am Stück gehörig aufs Tempo. Auf der 15 bremst er sich dann mit einem verpassten Sand Save zwar selbst noch einmal aus, beendet die Runde aber am abschließenden Par 5 mit noch einem siebten Birdie und unterschreibt so ebenfalls die 69 (-3). Damit teilt er sich auch die durchaus recht ansprechende Ausgangslage mit Landsmann Marcel Schneider.
Rund um die Cutmarke
Austrian Alpine Open Champion Nicolai Von Dellingshausen legt richtig abwechslungsreiche und kurzweilige Frontnine hin, denn nach zwei frühen Bogeys auf der 2 und der 3, gleicht er sein Score am Par 5 der 4 mit einem Eagle wieder aus, nur um direkt danach am Par 3 wieder abzurutschen. Auf der 7 und der 8 sammelt er dann aber auch die ersten Birdies auf und drückt sein Score so noch vor dem Turn erstmals sogar in den roten Bereich. Auf den hinteren Neun geht es in fast der gleichen Tonart weiter, denn zwei weitere Birdies radiert er sich sofort mit einem Bogeydoppelschlag wieder aus und nachdem er am abschließenden Par 5 den Abschlag verzieht und sogar nachlegen muss, egalisiert er sich auch das eben zuvor erzielte Par 5 Birdie von der 17 wieder. Trotz der farbenfrohen Performance geht sich am Ende des Tages aber mit der 71 (-1) immerhin noch eine Runde unter Par aus, womit er sich als 67. rund um die erwartete Cutmarke einreiht.
Nach soliden ersten Bahnen, findet Matti Schmid wie erhofft mit Chip & Putt am Par 5 der 4 das erste Birdie, dass er sich mit einem verpassten Up & Down am darauffolgenden Par 3 jedoch auch sofort wieder ausradiert. Danach bereitet eine Gewitterunterbrechung dem Treiben vorerst ein Ende, allerdings hinterlässt die Warterei bei Matti keine Spuren, denn schon auf der 8 rückt er sein Score dann bei der Fortsetzung wieder in den roten Bereich. Ins Rollen bringt ihn jedoch auch dieses Birdie noch nicht, wie ein vermeidbarer Schlagverlust nach Problemen im Kurzspiel am Par 5 der 12 untermauert. Immerhin beendet er die Runde mit einem Par 5 Birdie, unterschreibt so die 71 (-1) und teilt sich damit die Ausgangslage mit Nicolai Von Dellingshausen.
Kieffer mit Überstunden am Freitag
Mit einer der letzten Startzeiten findet Max Kieffer zwar durchaus ansprechend ins Turnier, wie ein frühes Birdie nach gelochtem Dreimeterputt auf der 3 zeigt, allerdings kann er daran nicht anknüpfen und kommt nach gleich zwei verpassten Up & Downs auf der 6 und der 7 sogar nur knapp über Par zum Turn. Am Par 5 der 12 bessert er sein Score dann wieder aus, muss danach aber die Sachen packen, da die einfallende Dunkelheit ein Weiterspielen unmöglich macht. Damit muss Max am Freitag mit 23 zu spielenden Löchern auch Überstunden schieben
Routinier Marcel Siem findet auf den Frontnine überhaupt keinen brauchbaren Rhythmus, denn die gesamte vordere Platzhälfte über ist er vergeblich auf der Suche nach einem Birdie und muss parallel dazu bereits vier Schlagverluste verdauen. Am Ende steht er sogar nur mit der 78 (+6) wieder im Clubhaus und wird danach sogar disqualifiziert. Ludvig Aberg (SWE) und Tom Vaillant (FRA) teilen sich nach 64er (-8) Runden die Führungsrolle.
