Warten ausgezahlt

Yannik Paul macht die Entscheidung zwischen Cut oder Freizeit bei den BMW PGA Championship spannend, denn als einziger seines Flights hebt er sich die letzten Schläge bei einfallender Dunkelheit für den Samstag auf, was sich am Ende auch als gewinnbringend erweisen soll. Alle übrigen Deutschen verpassen im Wentworth Club den Sprung ins Wochenende.

So richtig ins Rollen kam Deutschlands Gilde beim Flagship-Event der DP World Tour im Wentworth Club zum Auftakt noch nicht. Zwar brachten sich Marcel Schneider und Yannik Paul mit 69er (-3) Runden recht souverän auf Cut-Kurs, Nicolai Von Dellingshausen und Matti Schmid müssen nach der 71 (-1) jedoch bereits etwas zulegen. Max Kieffer konnte aufgrund einer Gewitterunterbrechung die Auftaktrunde nicht wie geplant am Donnerstag beenden, spult bei der Fortsetzung am Freitag aber souverän Pars ab und holt sich am Par 5 Schlussloch schließlich noch ein Birdie ab, womit sich zumindest noch eine 71 (-1) ausgeht.

Mit später Startzeit muss Yannik Paul schon früh auf der 3 nach einem wild verzogenen Drive das erste Bogey einstecken. Zwar stabilisiert er sein Spiel rasch wieder und hält weitere Fehler fern, Konter kann er auf den Frontnine jedoch keinen setzen und kommt so nur bei 1 über Par und genau an der erwarteten Cutmarke zum Turn. Nach versandetem Tee Shot fängt er sich dann am Par 3 der 10 sogar noch einen weiteren Schlagverlust ein, ehe auf der 13 schließlich auch das erste Birdie aufleuchtet. Ein verzogener Drive mündet dann auf der 15 aber sogar im Doppelbogey, womit das Wochenende plötzlich zwei Schläge weit entfernt liegt.

Mit einem darauffolgenden Birdie macht er sich dann aber sofort selbst wieder Hoffnung, die Entscheidung um den Einzug ins Wochenende macht er dann aber ziemlich spannend. Als einziger seines Flights hebt er sich in der einfallenden Dunkelheit die letzten Schläge auf der 18 auf, weshalb er erst am Samstag in den Morgenstunden versuchen wird das letzte fehlende Birdie noch zu notieren. Stark parkt er dann die Attacke am Grün und lässt zwei Putts später das Vögelchen zwitschern, was ihn mit der 73 (+1) „on the number“ noch ins Wochenende einziehen lässt.

Wochenende verpasst

Nachdem sich Max Kieffer nach souveränem Start bereits am Par 5 der 4 trotz versandeter Attacke mit dem ersten Birdie belohnt, lässt sich die zweite Runde für den 35-jährigen eigentlich gut an. Allerdings reißt der souveräne Schwung in Folge völlig ab und nachdem er sich vom Par 3 der 5 bis zur 7 gleich drei Bogeys in Folge einfängt, rutscht er doch recht deutlich hinter die prognostizierte Wochenendmarke zurück. Rund um den Turn stabilisiert er sein Spiel dann aber wieder und findet nach einigen Pars schließlich am Par 3 der 14 aus vier Metern auch ein weiteres Birdie. Zum Abschluss legt er sich dann sogar die dicke Eaglechance auf, kann den Adler aus zwei Metern jedoch nicht auf der Scorecard landen lassen. Am Ende unterschreibt er so mit dem Birdie zwar noch die 72 (Par), das dürfte jedoch wohl knapp um einen Schlag zuviel sein.

Nach zwei anfänglichen Pars fängt sich Matti Schmid auf der 3 nach ungenauem langen Spiel das erste Bogey ein, womit er sich recht rasch etwas weiter von der erwarteten Cutmarke entfernt. Zwar stabilisiert er sein Spiel rasch wieder und darf sich auf der 7 schließlich auch über den Ausgleich freuen, nach weiterem Fehler kurz vor dem Turn, steht er aber nur bei 1 über Par in der 10. Teebox. Auf den hinteren Neun halten sich dann drei weitere Birdies mit Bogeys die Waage und nach der 73 (+1) geht sich der Cut am Ende knapp nicht aus.

Matti SchmidSchon auf der 3 fängt sich Marcel Schneider nach verzogenem Drive und verfehltem Grün das erste Bogey ein und weiß darauf vorerst keine Antwort. Nachdem er dann auf der 7 mit wilden Problemen im Kurzspiel sogar ein Doppelbogey ausfasst, rutscht der Routinier rasch bereits hinter die Cutmarke zurück. Immerhin geht sich danach auf der 8 aus 2,5 Metern auch das erste Birdie aus, womit er sich noch auf Kurs hält. Allerdings verläuft am Freitag auch die zweite Platzhälfte so gar nicht nach dem Geschmack des routinierten Deutschen. Zwar bessert er ein weiteres Bogey sofort am Par 5 der 12 wieder aus, auf die nächsten beiden Fehler weiß er dann aber nur noch am Par 5 der 17 eine kleine Birdie-Antwort. Schlussendlich geht sich so nur eine 75 (+3) aus, womit er wie Matti Schmid recht klar am Cut scheitert.

Par um Par spult Nicolai Von Dellingshausen auf den Frontnine ab, womit er zwar nicht vom Fleck kommt, immerhin aber hartnäckig an der wichtigen Wochenendmarke dranbleibt. Kurz vor dem Turn wird es dann jedoch unangenehmer, da er sich nach verzogenem Drive nicht mehr zur 4 scramblen kann und so schließlich die Linie doch etwas aus den Augen verliert. Auf der 11 verschärft sich die Situation dann mit einem verpassten Sand Save noch zusätzlich, allerdings findet er direkt danach am Par 5 der 12 immerhin auch das erste Erfolgserlebnis. Im Finish keimt dann nach einem weiteren Par 5 Birdie auf der 17 noch einmal Hoffnung auf, allerdings geht sich auf der 18 nach Wasserball nur ein Bogey aus und mit der 73 (+1) teilt er sich das Schicksal mit seinen Landsmännern.

Hideki Matsuyama (JPN) startet nach der 64 (-8) und bei gesamt 12 unter Par als Führender in den Moving Day.

Fotos: BMW Group

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