Nobel zurückgehalten

Deutschlands Professionals halten sich zum Auftakt der BMW International Open noch nobel zurück, denn vom 15 Mann starken Feld liegt nach den ersten 18 Löchern im GC München Eichenried nur ein Drittel auf Kurs in Richtung Wochenende.

Das Heimpublikum in München-Eichenried darf sich heuer wohl auf einiges gefasst machen, denn etliche Deutsche reisen in absoluter Topform zum Heimspiel an. Allen voran PGA Tour-Pro Matti Schmid, der zuletzt auf der großen Golfbühne durchaus zu überzeugen wusste und sogar nur knapp den Sieg verpasste. Auch von Austrian Alpine Open Champion Nicolai Von Dellingshausen darf man sich wohl einiges erwarten und Marcel Schneider wird einmal mehr alles daran setzen sich seinen ersten Sieg zu krallen. Martin Kaymer, Sergio Garcia (ESP) oder Ryder Cup-Captain Luke Donald (ENG) sorgen darüber hinaus für ziemlich nostalgisches Flair bei der 36. Auflage der BMW International Open.

Zwar verpasst Marcel Schneider auf der 11 das erhoffte schnelle Par 5 Birdie, holt den roten Eintrag jedoch sofort am darauffolgenden Par 3 nach hervorragendem Abschlag nach. Auf der 16 rollt schließlich auch aus 3,5 Metern der Birdieputt ins Ziel, allerdings kommt er nach einem verpassten Sand Save danach am Par 3 nur knapp unter Par zum Turn. Auf den Frontnine läuft es zunächst dann ziemlich schleppend, denn nach zwei weiteren Birdies findet er sich sogar nur im Plusbereich wieder. Gut, dass nach dem Ausgleich auf der 5, am Par 5 der 6 nach einem Chip-in sogar der Adler landet, was ihn mit der 70 (-2) und als 24. ins Turnier starten lässt.

Mit einem Birdie aus vier Metern vom Vorgrün startet Martin Kaymer wie aus der Pistole geschossen, rutscht nach verpassten Up & Downs am Par 3 der 2 und der 7 aber mit Fortdauer sogar in den Plusbereich ab. Zwar steuert er spektakulär mit einem gelochten Sandschlag am Par 3 der 8 noch vor dem Turn gegen, nach verzogenem Drive brummt ihm aber ausgerechnet das Par 5 der 11 das nächste Bogey auf. Erst danach findet der 40-jährige den richtigen Rhythmus, hält weitere Fehler fern und schnappt sich mit heißem Putter bis zum Schluss gleich noch drei Birdies, womit auch er den ersten Spieltag mit der 70 (-2) beendet.

Noch auf Kurs

Mit gleich zwei schnellen Fehlern beginnt das Turnier für Marcel Siem völlig verkorkst und selbst ein Par 5 Birdie auf der 6 kann sein Spiel nicht wirklich in geregelte Bahnen lenken, wie das nächste Bogey direkt nach dem Turn untermauert. In ähnlicher Tonart geht es auch danach weiter, da auf ein Par 3 Birdie sofort weitere Bogeys folgen. Erst im Finish erzwingt der Routinier dann regelrecht sein Glück, denn mit Birdies auf der 15 und dem Par 3 der 17 arbeitet er sich wieder etwas zurück und da er am Par 5 Schlussloch nach hervorragender Attacke sogar noch ein Eagle notiert, drückt er seine Auftaktrunde am Ende noch zur 71 (-1) und bringt sich so als 50. noch auf Kurs.

Par um Par spult Jannik De Bruyn auf den Frontnine ab, bis er sich nach auf dem Vorgrün geparkter Attacke schließlich am Par 5 der 9 doch noch vor dem Turn ein erstes Birdie schnappt. So richtig ins Rollen bringt ihn der erste rote Eintrag aber nicht, denn nach sofort darauffolgendem Bogey, hält er sich nur dank eines weiteren Par 5 Birdies auf der 11 noch unter Par. Erneut verschwindet das Minus dann aber mit dem nächsten Fehler auf der 13 rasch und da sich auch am Par 3 der 17 nur ein Bogey ausgeht, driftet er kurz vor Ende der Runde sogar in den Plusbereich ab. Die Runde endet jedoch mit einem Paukenschlag, denn die Attacke auf der 18 bremst sich nur zwei Meter neben dem Loch ein und mit dem abschließenden Eagle, dreht er die Runde sogar noch zur 71 (-1).

Lange Zeit spult Freddy Schott Pars ab, ehe er sich nach knapp verfehltem Grün am Par 3 der 8 nicht mehr zum Par scramblen kann. Der Fehler weckt den 24-jährigen aber richtiggehend auf, denn direkt danach landet nach starker Attacke am Par 5 der 9 sogar der Adler auf der Scorecard und nachdem auf der nächsten langen Bahn nach dem Turn ein weiteres Vögelchen zwitschert, orientiert er sich eindeutig in die richtige Richtung. Mit Fortdauer geht der Schwung aber wieder verloren, was ihn mit zwei Bogeys auch wieder auf Level Par abrutschen lässt. Immerhin beendet er die Runde mit einem Par 5 Birdie und steht so schließlich ebenfalls mit der 71 (-1) beim Recording.

Noch Arbeit zu verrichten

Richtig abwechslungsreich gestaltet sich der Erstrundenauftritt von Matti Schmid. Schon nach der ersten Platzhälfte halten sich zwei Par 5 Birdies mit Bogeys die Waage und das Bild ändert sich schließlich auch auf den vorderen neun Löchern nicht wesentlich. Zwar findet er noch gleich drei weitere rote Einträge, radiert sich alle drei jedoch auch wieder aus und muss so zum Auftakt schließlich mit der 72 (Par) vorlieb nehmen, was nur für Rang 73 reicht.

Matti SchmidMit gleich drei recht schnellen Bogeys stolpert Yannik Paul mehr schlecht als recht ins Turnier. Erst ein Par 5 Birdie auf der 18 bringt dann die gesuchte Stabilität und da er auf den Frontnine bei fehlerlosem Spiel auch von den Par 5 Löchern der 6 und 9 Birdies mitnimmt, geht sich am Ende sogar noch der Ausgleich aus. Nach der 72 (Par) teilt sich der 31-jährige die Ausgangsposition mit Landsmann Matti Schmid.

Amateur Tim Wiedemeyer startet nach Ungenauigkeiten im langen Spiel zwar nur mit einem Bogey und muss nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich noch vor dem Turn zwei weitere Fehler einstecken, auf den Backnine grooved sich der 20-jährige dann aber richtig ins Turnier rein. Zunächst realisiert er dank Birdies am Par 5 der 11 und der 13 recht zeitnah den erneuten Ausgleich und drückt sein Score schließlich auf der 15 sogar erstmals unter Par. Zwar tritt er sich im Finish am Par 3 der 17 noch den Ausgleich ein, mit der 72 (Par) gibt er aber eine mehr als ansehnliche Talentprobe ab.

Nachdem Hurly Long nach einem Bogeydoppelpack nur bei 2 über Par auf die Frontnine abbiegt, gleicht er sein Score zwar dank eines roten Doppelschlags wieder aus, nach spätem Par 3 Bogey muss sich der 29-jährige aber wie Landsmann Max Kieffer mit einer 73 (+1) und Rang 94 anfreunden. Von Beginn an findet Tiger Christensen keinen wirklich brauchbaren Rhythmus und startet schließlich wie Nicolai Von Dellingshausen nur mit der 74 (+2) und als 116. ins Heimevent. Michael Hirmer und Wolfgang Glawe (Am) bringen nur die 75 (+3) (132.) über die Ziellinie, Nicolas Horder startet gar nur mit der 76 (+4) (143).

Ein Quintett diktiert nach der 1. Runde mit 67er (-5) Ergebnissen das Geschehen.

Fotos: BMW

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