Trümpfe in der Hand

Marcel Schneider und Nicolai Von Dellingshausen starten bei den Austrian Alpine Open als Führender und erster Verfolger in den Finaltag und haben so im GC Gut Altentann beste Karten für ihren ersten DP World Tour Sieg der Karriere.

Österreich scheint auch im Jahr 2025 wieder für die Deutschen DP World Tour Professionals ein durchwegs guter Boden zu sein, denn was Marcel Schneider und Nicolai Von Dellingshausen an den ersten beiden Spieltagen dem Publikum zeigten, konnte sich durchaus sehen lassen. Vor allem Schneider spielte teils wie entfesselt und startet bei gesamt 11 unter Par sogar als klar Führender in den Moving Day. Erster Verfolger des 35-jährigen ist Nicolai Von Dellingshausen, der bei zwei Schlägen Rückstand naturgemäß versuchen wird im gemeinsamen Flight rasch zu seinem Landsmann aufzuschließen.

Sowohl Marcel als auch Nicolai verfehlen mit ihren ersten Annäherungen das recht kleine Grün der 1, scramblen sich aber beide gekonnt noch zu anfänglichen Pars. Auf der 3 kommt dann erstmals etwas Bewegung in den Flight, denn Von Dellingshausen rollt zum ersten Birdie den Putt ins Loch und kommt seinem Landsmann so früh bereits noch deutlich näher. Das Bild ändert sich auch danach vorerst nicht, denn Marcel Schneider hat alle Hände voll zu tun um Pars notieren zu können und da sein Kontrahent auf der 5 bereits den nächsten Birdieputt stopft, marschieren die beiden mittlerweile bereits in geteilter Führung über Fairways und Grüns.

Nicolai Von DellingshausenDas bleibt jedoch nicht wirklich lange so, denn zunächst zieht Martin Couvra (FRA) alleine vorne weg, ehe sich der Franzose mit einem Triplebogey gehörig einbaut. Minuten später läuft dann der Putter von Nicolai ein weiteres Mal heiß und nach dem Monsterputt aus rund 15 Metern auf der 8, ist der Führungswechsel der beiden Deutschen vorerst endgültig vollzogen. Beide lassen sich die Chance am einzigen Par 5 der Frontnine dann nicht entgehen und da Marcel schließlich auf der 11 nach starkem Pitch einen weiteren Schlaggewinn auf die Habenseite zieht, diktiert das schwarz-rot-goldene Duo bei gesamt 13 unter Par wieder gemeinsam das Tempo.

Mit dem Erfolgserlebnis auf der 11 gibt sich Schneider sichtlich selbst die gesuchte Initialzündung, denn mit gleich noch zwei weiteren Birdies danach drückt er gehörig aufs Tempo. Da sich Von Dellingshausen auf der 12 mit einer gewasserten Annäherung ein Bogey einfängt, zieht der Spitzenreiter nach zwei Tagen wo sogar auf bereits drei Schläge vorne auf und davon.

Am Schlussloch ändert sich dies dann für Schneider jedoch noch drastisch, denn am kurzen Par 5 gelingt „nur“ das Par, während Von Dellingshausen sogar den Adler landen lässt. Damit bleibt Marcel Schneider zwar nach der 66 (-4) und bei gesamt 15 unter Par weiterhin an der Spitze, Nicolai Von Dellingshausen lauert nach der 65 (-5) jedoch nur um einen Schlag hinter seinem Landsmann, womit beide mit besten Chancen auf ihren ersten DP World Tour Sieg der Karriere in den Sonntag starten.

„Es war leider wieder ein wenig ein langsamer Start von mir, aber nach dem Birdie auf der 9 ist dann irgendwie der Knoten geplatzt. Ich hab gute Eisen in die Grüns geschlagen, die Putts sind auch gefallen. Ich freue mich schon auf morgen, aber ich weiß natürlich, dass das noch ein weiter Weg zum Sieg ist“, so der Spitzenreiter direkt nach der Runde.

Siem an den Top 10 dran

Mit einer verzogenen Annäherung beginnt der Tag für Marcel Siem mit einem Bogey auf der 1 zwar alles andere als nach Maß, allerdings stabilisiert er danach sein Spiel und findet mit gelochtem 3,5 Meter Putt auf der 5 schließlich auch das erste Birdie. Das Highlight der Frontnine hebt er sich jedoch für das Par 5 der 9 auf, denn nach starker Attacke lässt er aus fünf Metern sogar den Adler landen und biegt so mit 2 unter Par auf die hinteren neun Löcher ab.

Der Eagle heizt das Spiel des Routiniers richtiggehend an, denn schon auf der 11 und der 12 fallen die nächsten Birdieputts und da er auf der 16 sogar von außerhalb des Grüns locht, knackt er sogar bereits die Top 10. Erst ein Bogey nach Wasserball auf der 17 bremst den Vorwärtsdrang dann ziemlich ein. Zwar geht sich nach weiterer Ungenauigkeit am Par 5 der 18 dann das erhoffte abschließende Birdie nicht mehr aus, mit der 66 (-4) nützt er den Moving Day aber gekonnt aus und spielt sich bis auf Rang 19 nach vor.

Ein wenig nach vor

Nach zwei anfänglichen Pars bringt sich Freddy Schott mit einem versandeten Tee Shot am Par 3 der 3 erstmals in die Bredouille, gleicht sein Score jedoch immerhin aus 2,5 Metern gleich auf der 4 wieder aus. Wieder wird ihm dann eine der kurzen Bahnen nach verpasstem Up & Down auf der 7 zum Verhängnis, allerdings hat er erneut noch vor dem Turn am Par 5 der 9 die passende Antwort parat. Rasch legt er mit Pitch und Putt am kurzen Par 4 der 11 dann weiter nach und klettert schließlich mit einem starken Putt am Par 3 der 14 richtig spürbar am Leaderboard in Richtung Norden. Wie aus dem Nichts reißt der Schwung dann im Finish aber total ab, was sich nach einem Wasserball auf der 16 sogar in einem Doppelbogey niederschlägt. Nach weiterem Fehler auf der 17, lässt er schließlich am Par 5 der 18 aber sogar noch den Adler landen und rettet so immerhin noch eine 69 (-1) und Rang 44 in trockene Tücher.

Max KiefferNach solidem Beginn stopft Max Kieffer am Par 3 der 3 aus gut sechs Metern sehenswert zum ersten Birdie, allerdings kann er daran auf den darauffolgenden Löchern nicht wirklich anknüpfen. Unangenehm wird es schließlich auf der schweren 6 – das Par 4 wird für Mitglieder des GC Gut Altentann normalerweise als Par 5 gespielt – denn nach zu kurzer Annäherung geht sich das Up & Down nicht mehr aus, was ihn nur bei Even Par auf die Backnine abbiegen lässt. Nach einem Dreiputtbogey am Par 3 der 10 findet er sich jedoch prompt im Plusbereich wieder und kommt so nicht vom Fleck. Auf der 12 holt er sich dann zwar mit einem Monsterputt vom Vorgrün auch rasch noch ein Birdie ab, mehr als die 70 (Par) und Rang 50 geht sich so am Samstag jedoch nicht aus.

Leaderboard Austrian Alpine Open

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