Marcel Schneider und Nicolai Von Dellingshausen geben auch am Freitag bei den Austrian Alpine Open weiterhin den Takt vor und biegen gemeinsam im Titelkampf ins Wochenende ab. Mit Marcel Siem, Freddy Schott und Max Kieffer stemmen noch drei weitere Deutsche im GC Gut Altentann den Cut.
Für Deutschlands DP World Tour Professionals scheint Österreich ein durchaus guter Boden zu sein, denn so dominant wie in der Alpenrepublik trat die deutsche Gilde bislang in dieser Saison noch nicht auf. Allen voran Marcel Schneider, der sich mit der 63 (-7) sogar gleich zwei Schläge Vorsprung auf seinen Landsmann Nicolai Von Dellingshausen erarbeitete. Max Kieffer komplettierte mit Rang 8 einen geschlossen starken Auftakt in schwarz-rot-gold. Mit Marcel Siem, Freddy Schott und Jannik De Bruyn liegen noch drei weitere heimische Spieler in Salzburg auf Cutkurs. Yannik Paul weist nur minimalen Rückstand auf die gezogene Linie auf.
Anders als am Vortag, wo Marcel Schneider gehörig aufs Tempo drückte, muss sich der Routinier am Freitag etwas länger in Geduld üben. Mit Pars macht er zwar nichts verkehrt, das erste Birdie geht sich nach gefühlvollem Siebenmeterputt jedoch erst auf der 8 aus. Das scheint ihn richtig auf den Geschmack zu bringen, denn am darauffolgenden Par 5 legt er von knapp außerhalb des Grüns aus gut 13 Metern prompt ein weiteres Erfolgserlebnis nach. Auch auf den hinteren Neun ist der 35-jährige ganz sicher unterwegs und wirft nach soliden Pars am Par 3 der 14 den Birdiemotor mit einem gelochten 6,5 Meter Putt wieder an. Stilecht krallt er sich dann auch am abschließenden Par 5 der 18 noch ein Birdie, bringt so die makellose 66 (-4) in trockene Tücher und startet so als Spitzenreiter ins Wochenende.
Mit messerscharfen Eisen, einem heißen Putter und einem perfekten Rhythmus schnappt sich Nicolai Von Dellingshausen am Freitag zu Beginn gleich drei Birdies auf den ersten fünf Löchern und bringt sich so einigermaßen auf Tuchfühlung zu seinem Landsmann an der Spitze. Danach ebbt der Schwung etwas ab, was sich mit einem Dreiputtbogey auf der 8 auch unangenehm an der Scorecard ablesen lässt. Sofort steuert der 32-jährige aber gegen und stellt noch am Par 5 der 9 den alten Zwischenstand von 3 unter Par wieder her. So energiegeladen die Frontnine verliefen, so highlightarmen plätschern schließlich die Backnine dahin. Genau dies lässt ihn aber auch weiterhin ganz vorne mitmischen, denn mit dem soliden Spiel geht sich dank eines zwischenzeitlichen Birdies auf der 13 schließlich sogar eine 66 (-4) aus, womit er es sich bei 9 unter Par als erster Verfolger seines Landsmannes auf Rang 2 gemütlich macht.
Auch Siem, Schott und Kieffer im Wochenende
Zwar beginnt Marcel Siem gleich auf der 1 mit einem gelochten Birdieputt aus zwei Metern, richtig ins Rollen bringt den Routinier der anfängliche Schlaggewinn jedoch nicht. Mit Pars lässt er danach immerhin nichts anbrennen, bis er sich auf der 6 aus dem Rough nicht mehr zur 4 scramblen kann und so wieder auf den Ausgangspunkt abrutscht. Aus dem Konzept lässt sich der 44-jährige davon aber nicht bringen, stabilisiert sein Spiel sofort wieder und macht in Folge mit Pars nichts verkehrt. Auf der 15 läuft dann der Putter noch einmal heiß und lässt aus knapp fünf Metern noch ein zweites Birdie springen, was ihn schließlich mit der 69 (-1) und als 41. zum Recording marschieren lässt.
Sehr sicher findet Freddy Schott am Freitag in Salzburg ins Geschehen und krallt sich nach einer perfekten Annäherung auf der 5 schließlich das erste Birdie. Der Schlaggewinn heizt das Spiel des Youngsters auch eindeutig an, denn zwei Löcher später hat er am Par 3 erneut nur einen Meter zum Birdie zu bewältigen. Ein verpasstes Up & Down bremst ihn danach zwar etwas ein, noch am Par 5 der 9 stellt er den alten Zwischenstand von 2 unter Par aber wieder her. Kaum auf den hinteren Neun angekommen legt er aus drei Metern am Par 3 der 10 prompt nach, ehe er sich mit verpasstem Up & Down und Dreiputt auf der 12 und der 13 gleich zwei Bogeys einfängt. Auf den verbleibenden Löchern kann er sein Spiel dann aber wieder konsolidieren, bringt so die 69 (-1) ins Clubhaus und darf damit als 55. mit dem Wochenende planen.
Fast wie ein Schweizer Uhrwerk klopft Max Kieffer am Freitag Nachmittag in Salzburg die Bahnen runter und verewigt so ein Par nach dem anderen auf der Scorecard. Schlussendlich leuchten nach den Backnine sogar gleich alle neun Löcher mit der vorgegebenen Schlaganzahl auf, womit er sich aber immerhin sehr souverän auf Kurs hält. Erst nach 15 Pars in Folge kommt dann erstmals Farbe aufs Tableau, allerdings nach verpasstem Up & Down am Par 3 nicht die gewünschte. Konter kann er keinen setzen und tritt sich nach verzogener Vorlage am Par 5 der 9 sogar noch einen Fehler ein. Am Ende geht sich so zwar nur die birdielose 72 (+2) aus, dank der starken Auftaktrunde ist der Cut aber wie bei Freddy Schott nicht in Gefahr.
Paul und De Bruyn mit freien Tagen
Gleich zweimal bessert Jannik De Bruyn auf den Frontnine Bogeys wieder aus und biegt so rund um die erwartete Cutmarke auf die hintere Platzhälfte ab. Dort erwischt es ihn mit zwei weiteren Bogeys dann ziemlich unangenehm, was ihn auch weit im Klassement abrutschen lässt. Im Finish sammelt er sich dann aber noch einmal, notiert auf der 16 und dem Par 5 der 18 noch Birdies und steht so schließlich erneut mit der 70 (Par) beim Recording. Lange Zeit zittert er dann noch, am Ende fehlt jedoch ein Schlag. Yannik Paul (71) und Tiger Christensen (72) können nicht mehr in den Kampf ums Wochenende eingreifen.
