Mit Schönheitsfehler

US OPEN 2020 – FINAL: Stephan Jäger spult bis zum Schlussloch und dem Doppelbogey eine bärenstarke Schlussrunde in Winged Foot ab.

Stephan Jäger entwickelte leider am Moving Day einen gehörigen Linksdrall vom Tee und mit der 70 einen Downtrend am Leaderboard. Der einzige Deutsche im Finale von Winged Foot sollte bei seiner dritten US Open dennoch mit Platz 34 für eine neue persönliche Bestmarke sorgen.

Jäger konnte sichtlich über Nacht seine langen Schläge wieder geradebiegen, wie der solide Start mit sicheren Pars unterstreicht. Bei erneut sehr anspruchsvollen Bedingungen mit Wind und schnellen Grüns ist jedes Par doppelt soviel wert.

Nachdem er die megaschweren Löcher 1 bis 5 sicher mit Pars abgehakt hat, ist am drivebaren Par 4 der 6 der Zeitpunkt für die Abteilung “Attacke” gekommen: trotz Abschlag ins Rough holt sich der Bayer mit Chip und Putt das Birdie ab. Das Erfolgserlebnis ist jedoch keine Initialzündung zu mehr des Guten, im Gegenteil. Ein weit links weg geschlagenes Eisen an der 7 sowie ein ebenso weit rechts verzogener Drive an der 8 führen zu einem Bogey-Doppelpack. Da kommt das leichteste Loch am Platz, das kurze Par 5 der 9, besonders gelegen, wo zwei Putts und das Birdie für den scoretechnischen Ausgleich zur Halbzeit sorgen.

Zu Beginn der letzten 9 Löcher muss sich Jäger gehörig strecken um das Par zu retten: aus gut 12 Metern locht er zum wichtigen Par. Dafür fehlen ihm die Argumente an der schweren 14. Bahn nach dem Schuss in den Grünbunker, der ihn wieder einen Schlag kostet. Solide und hochkonzentriert turnt sich der Bayer über die weitern Hürden von Winged Foot – bis zum Schlussloch. Die letzte Annäherung klopft gehörig auf Holz, weshalb erst der dritte Schlag das Grün findet. Mit einem Dreiputt zur 73 (+3) sagt Jäger Winged Foot Goodbye. Dennoch steigert sich der in Amerika lebende Deutsche bei seiner 3. US Open weiter und übertrifft mit Platz 34  sein bisheriges Bestergebnis, Platz 60 in Erin Hills vor drei Jahren, deutlich.

Bryson DeChambeau kalkuliert alles richtig

Professor Bryson DeChambeau, der beim Golf alles bis ins kleinste Detail kalkuliert und nichts dem Zufall überlässt, wird bei der US Open für seinen eigenen Weg belohnt. Im Duell mit einem weiteren US-Aufsteiger, Matthew Wolff, erweist sich DeChambeau als der Reifere. Nachdem beide das Par 5 der 9 mit Eagle spielen, setzen sie sich vom Rest des Feldes ab und eröffnen für die letzten 9 eine Match Play-Situation.

Wolff will sein Glück jedoch erzwingen und fasst einen unmöglichen Stand im Bunker an der 10 aus, was ihn das Bogey kostet. DeChambeau nutzt dagegen eiskalt seine Chancen wie an der 11 zum Birdie und zieht Schlag um Schlag davon. Mit der 67 (-3) bleibt der Kalifornier als einziger am Sonntag unter Par und erreicht bei 6 unter Par auch als einziger ein Endergebnis in den roten Zahlen. Mit Respektsabstand von 6 Schlägen erreicht Wolff Platz 2, vor dem Südafrikaner Louis Oosthuizen.

Endergebnis US OPEN

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